
Beckum / Ragland, 18.08.2007. Die Entwicklung und Lösung von komplexen Transportaufgaben zählt seit Gründung der Beumer Maschinenfabrik im Jahr 1935 zu den Kernkompetenzen des heute international agierenden Spezialisten für zukunftsweisende Anlagen der Intralogistik. Dabei garantieren ausgereifte Lösungen reibungslose Abläufe. Bestes Beispiel dafür ist eine Serie von drei Förderbändern: Bereits im Jahr 1985 entwickelte und installierte die Beumer Gruppe die Fördertechnik für die National Cement Company in Ragland, Alabama.
Aufgabe war es, den Kalkstein von Steinbruch zum Werk zu befördern. Herzstück der rund vier Kilometer langen Strecke ist eine kurvengängige Muldengurtförderanlage. Sie legt überland eine Distanz von 3,4 Kilometer zurück. Das Förderband hat eine Breite von 800 mm bei einer Geschwindigkeit von 2,9 m/s. Dabei befördert das Band vom Steinbruch zum Werk Tag für Tag 750 Tonnen in der Stunde. Die Förderbänder ersetzen seit mehr als 20 Jahren schwere LKWs, die bis dahin die doppelte Strecke über Sand- und Schotterstraßen bewältigen mussten. Das war nicht nur mit hohen Kosten von den betrieblichen Investitionen bis hin zur Wartung der LKWs verbunden, sondern belastete mit Schall- und Staubemissionen auch die Umwelt.
Exakte Berechnungen sichern Praxistauglichkeit
Um die Kosten der Erdbewegung für den Verkehrsweg zu minimieren, konstruierte BEUMER die Bahnkurve des Bandförderers mit vier Horizontalkurven. Damit konnte mehr als 70 Prozent der Gesamtstrecke überbrückt werden. Die exakte Berechnung des Abstands der einzelnen Stationen für die Riemenspannrollen bei Muldengurtförderanlagen meisterten die Ingenieure von Beumer mit Bravour. Die Herausforderung bestand in der detaillierten Kalkulation aller theoretisch und praktisch auftretenden Beladungs- und Betriebszustände unter Berücksichtigung jeder möglichen klimatischen Veränderung.
Ausgeklügelte AntriebstechnikBeumer entwickelte den kurvengängigen Muldengurtförderer mit drei Antriebselementen am Kopf der Anlage, die jeweils mit einem Motor, einer Flüssigkeitskupplung und einem Getriebe bestehen.
Die Antriebstrommeln und die Schwerkraftspannstation befinden sich ebenfalls am Kopf und im vorderen Bereich der Anlage. Das Material wird über eine Schwingförderrinne auf die Förderanlage aufgegeben.
Damit der Gurt nur einseitig mit dem Material in Kontakt kommt, wird dieser an beiden Enden der Anlage im Unterturm gewendet (Gurtwendestation). Dies sorgt für einen sauberen reibungslosen Betrieb der Anlage.
Dank des exzellenten Wartungsprogramms ist der Muldengurtförderer noch immer mit dem Original-Förderband in Betrieb. Und das seit über 20 Jahren.